
Einführung:
Warum Tagfalter?
Das wallonische Tagfalter-Inventar-
und -Monitoring-Programm
Beschreibung der Erhebung
Empfehlungen ...
Tagfalter sind, da sie äußerst sensibel auf Veränderungen der Umwelt reagieren, hervorragende Bioindikatoren. Dies hängt mit der Komplexität ihres Lebenszyklus und ihrer Spezialisierung zusammen. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die für den Schutz einer einzigen Art eingesetzten Mittel auch zahlreichen anderen Arten helfen, die das gleiche Habitat, die gleichen Ressourcen suchen oder direkt von ihnen abhängig sind (Räuber, Parasiten ...).
Die meisten spezialisierten Tagfalter- oder Rhopaloceren-Arten sind durch verschiedenartige Anforderungen gekennzeichnet. So kommt für die Eierablage nicht jeder Ort in Frage (auf oder in unmittelbarer Nähe von Nährpflanzen); die Eier sind auf Schutz vor Räubern und Parasitoiden angewiesen und müssen sich vor allem in thermisch günstigen Mikroklimaten entwickeln können; die je nach Art oder Entwicklungsstadium gesellig oder solitär lebenden Raupen benötigen nicht nur viel Nahrung, sondern auch Zufluchtsorte, warme und geschützte Stellen ...; die erwachsenen Tiere brauchen je nach Art reichlich nektarreiche Pflanzen, Wasserstellen (Pfützen, Tümpel oder auch Wirbeltierexkremente, an denen sie trinken und essentielle Mineralsalze aufnehmen können), Honigtau von Blattläusen oder Pflanzensaftexsudat, windgeschützte Sonnenbestrahlung, offene Bereiche oder Waldränder für Balz und Paarung ("Treffpunkte"), Standorte mit hohem Gras, Hecken, Wäldchen oder hohe Bäume, um dort die Nacht zu verbringen (Schlafplätze), geeignete Ruheplätze (hohle Bäume, totes Holz ...), um dort, wie dies bei einigen Arten der Fall ist, den Winter in erwachsenem Zustand zu verbringen ...
Was die praktische Seite betrifft, sind Schmetterlinge leicht zu identifizieren, zumindest wenn die Sonne scheint. Sie lassen sich in der freien Natur ohne große Schwierigkeiten und, ein Mindestmaß an Vorsicht vorausgesetzt, vor allem ohne ihnen zu schaden, fangen und bestimmen.
Informationen über das bereits in der Wallonie laufende Programm
für ein Tagfalter-Inventar und -Monitoring finden Sie auf der folgenden
Website:
http://old.biodiversite.wallonie.be/especes/ecologie/papillons/ISB_SURWAL/homeAllemand.htm
Ziele: Erstellung eines
möglichst genauen aktuellen Bildes der Situation der gemeinen wie
der seltenen Arten in der Wallonischen Region, um ihre Verteilung besser
zu erfassen, die Atlaskarten zu aktualisieren sowie die meistbedrohten
Arten und die Standorte, die ihnen Schutz bieten, zu identifizieren. Die Liste der Arten, die in der Wallonie vorhanden sind
oder waren, finden Sie auf der folgenden Webseite http://old.biodiversite.wallonie.be/cgi/sibw.esp.list2.pl?VAR=Papillons_diurnes
oder hier ( |
Eine Reihe besonders bedrohter Arten wird einer gezielten und intensiven Überwachung unterzogen, um eine Bestandsaufnahme ihrer Populationen in der Wallonie zu erstellen. Das Endziel ist, die Grundlagen für die Erhaltung der letzten Populationen und ihre Wiederherstellung durch ein geeignetes Habitatmanagement zu schaffen.
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Ziel: Erfassung der Entwicklungstendenzen dieser
Populationen mit Blick auf die Ausarbeitung von Erhaltungsstrategien. Die Liste und eine Beschreibung der Arten, um die es besonders geht, finden Sie auf der folgenden Webseite: http://old.biodiversite.wallonie.be/offh/inventaires/papillon_spciblesAllemand.html |
Webseite: http://old.biodiversite.wallonie.be/especes/ecologie/papillons/ISB_SURWAL/recensements.htm
Wichtige Daten:
- PRÄZISE Standortbestimmung (Lambert-Koordinaten x,
y oder UTM-Koordinaten, Schema oder Kartenkopie)
- Ortsname und Ort
- Beobachtungsdatum
- Art
- Zahl der beobachteten Exemplare (oder geschätzt)
Auf der ersten Seite des Kodierungsformulars ("Musterdatenblatt") können alle zu einem bestimmten Datum und an einem Ort gefundenen Arten aufgezeichnet werden. Die dritte Seite des Formulars (zusammenfassende Datei) bietet insofern eine knapper gefasste Alternative, als auf ihr die an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführten Beobachtungen eingetragen werden können. Sie ist besser für gelegentliche und verstreute Beobachtungen geeignet. Das Formular kann per Post oder E-Mail an die Verantwortliche der Erhebung gesandt werden (Violaine Fichefet, Avenue Maréchal Juin 23, 5030 Gembloux V.Fichefet@mrw.wallonie.be).
Bei selteneren oder schwerer
zu bestimmenden Arten wird gebeten, eine gute Beschreibung des/der beobachteten
(und gefangenen) Exemplars/e oder im Idealfall ein gutes Foto
zum Nachweis beizulegen. Mit Digitalkameras können heutzutage Fotos
von guter Qualität zu geringen Kosten angefertigt und der Erhebungsverantwortlichen
problemlos übermittelt werden.
Zur Identifizierung der Arten werden drei sehr nützliche
und praktische Werke, ein Buch und zwei Feldführer, empfohlen:
- Lafranchis, T.: Les papillons de jour en France, Belgique et Luxembourg
et leurs chenilles (Die Tagfalter in Frankreich, Belgien und Luxemburg und
ihre Raupen). Parthénope, 2000, 450 S.
- Whalley, P./Lewington, R.: Tous les papillons de France et d'Europe (Alle
Schmetterlinge Frankreichs und Europas). Octopus/Hachette Livre, 2003, 168
S.
- Wynhoff, I./van Der Made, J.G./van Swaay, C.A.M.: Veldgids dagvlinders
(Feldführer Tagfalter). Stichting Uitgeverij KNNV/De Vlinderstichting,
Utrecht/Wageningen, 1999, 224 S. (hervorragende Abbildungen,
die für sich selbst sprechen!)
Alle diese Bücher sind in der Buchhandlung AVES erhältlich.
Kontakt: librairie@aves.be
Maison Liégeoise de l'Environnement (Lütticher Haus der Umwelt),
Rue Fusch 3, B-4000 Lüttich, Tel.: +32(0)4/250 95 90 - Fax: +32(0)4/222
16 89
Sie können aber auch auf der Website http://www.aves.be
bestellt werden.
Pour tout renseignement sur ce document : V.Fichefet@mrw.wallonie.be